A) Vorbereitung

Ein Ferienjob ist wie ein zukünftiger Job, den Ihr einmal antreten werdet. Sei dies eine Lehre die ihr startet oder wenn Ihr auf dem Arbeitsmarkt eine Stelle suchen werdet. Dies bedeutet, eine sauberes Dossier zusammenstellen. Macht eine Bewerbung, wie ihr sie vielleicht bereits für eine Lehre erstellt habt und haltet dieses bereit. Eine Vorlage findet Ihr in der Rubrik Tipps und Links.

Welchen Ferienjob möchtet ihr machen?

Klar, ein Ferienjob ist da, um etwas Sackgeld zu verdienen. Er kann aber auch genutzt werden, um verschiedene Berufe kennen zu lernen und so bereits einige Erfahrungen zu machen. Ein erfolgreicher Ferienjob kann auch bedeutet, dass ihr vielleicht einmal bei diesem Arbeitgeber eine Stelle finden werdet. Macht Euch also Gedanken, in welche Richtung ihr gehen wollt und wenn ihr hartnäckig seid, findet ihr vielleicht einen Job in diesem Bereich!

 

B) Suche

Klar, es freut uns, dass Ihr Ferienjob.ch benutzt. Dies darf aber nicht der einzige Weg, einen Ferienjob zu finden, sein. Persönliche Kontakte sind immer wichtig! Fragt in eurem Bekanntenkreis, ob jemand einen Arbeitgeber kennt, der einen Ferienjob hat. Und einen Besuch beim Bäcker, beim Grossverteiler oder in der Büros in der Umgebung schadet nie. Ihr müsst wissen, niemand wartet auf euch, also müsst ihr aktiv werden!

 

C) Was kann ich verdienen?

Mit einem Ferienjob werdet ihr nicht reich. Zudem gibt es in der Schweiz keinen gesetzlichen Mindestlohn. Die Arbeitgeber müssen sich aber an die Gesamtarbeitsverträge (GAV) und die Normalarbeitsverträge (NAV) halten und müssen zudem die branchen- und ortsüblichen Löhne respektieren. Diese findet man auf man auf: www.lohn-sgb.ch.
Gibt es keinen per GAV oder NAV vorgeschriebenen Mindestlohn, dann empfiehlt der SGB einen Bruttolohn von 15 Franken pro Stunde für Jugendliche, die ihre obligatorische Ausbildung noch nicht beendet haben und von 20 Franken pro Stunde für alle anderen nicht speziell qualifizierten Ferienjobberinnen. Jede Arbeit verdient einen fairen Lohn.

Der Ferienlohn sollte nicht tiefer sein als der eines «normalen» Arbeitnehmenden. Zudem darf der Ferienanspruch nicht vergessen werden. Wenn man – wie gewöhnlich bei kleinen Ferienjobs – im Stundenlohn beschäftigt ist, hat man Anrecht auf einen Lohnzuschlag von 10,64 Prozent (entspricht fünf Wochen Ferien, auf welche Jugendliche unter 20 Jahren gesetzlichen Anspruch haben), was jeweils zahlreiche Arbeitgeber vergessen. Auf der Lohnabrechnung ist dieser Zuschlag klar auszuweisen.

 

D) Was darf man, was nicht

Auch bei Ferienjobs gelten gewisse gesetzliche Richtlinien, die sowohl vom Arbeitgeber wie vom Arbeitnehmer eingehalten werden müssen:

Während den Ferien soll mach sich auch erholen. Daher darf z.B. wer einen Job hat, während den Ferien nicht noch zusätzlich arbeiten.

Auch das Alter spielt eine Rolle. Das Gesetz setzt folgendes fest: Zwischen dem 13. und 15. Lebensjahr darfst du nur für leichte Arbeiten wie Babysitten, Botengänge machen, Einkaufen für Betagte, Zeitungen verteilen eingesetzt werden. Eine Ausnahme bildet ab dem 14. Altersjahr der Landdienst. Ab deinem 15. Geburtstag darfst du als Schüler oder Schülerin in den Ferien höchstens acht Stunden pro Tag, 40 Stunden in der Woche und nicht mehr als die Hälfte der Ferienzeit arbeiten. Gewisse Arbeiten bleiben bis 18 verboten, zum Beispiel Service in Bars und Discos, andere bis 19, zum Beispiel Arbeit während der Nacht und an Sonntagen und sehr gefährliche Arbeiten.

 

E) Risiko und Versicherung

Was, wenn etwas passiert? In Ferienjobs lauern auch Gefahren, die nicht auf den ersten Blick erkennbar sind. Das Berufsunfallsrisiko kann sehr hoch sein, vor allem in den ersten Tagen der Anstellung. Deshalb: Sicherheitsvorschriften immer genau beachten. Die entsprechenden Unterrichtungen des Arbeitgebers sind sorgsam zu beachten, auch wenn sie einem übertrieben vorkommen sollten. Wenn der Arbeitgeber keine Einführung geben will, man selbst jedoch eine solche nötig findet, dann ist das Arbeitsinspektorat oder die Gewerkschaft zu benachrichtigen. Auf alle Fälle sind gefährliche Arbeiten bis zum Alter von 18 Jahren verboten.

Auch Versicherungen müssen bezahlt werden. Egal ob ein kurzer Einsatz oder ein längeres Engagement. Alle Arbeitnehmenden sind unabhängig ihres Alters obligatorisch durch den Arbeitgeber bei der Unfallversicherung zu versichern. Wenn sie weniger als acht Stunden beim gleichen Arbeitgeber beschäftigt sind, deckt diese Versicherung nur die Berufsunfälle. Ist das Pensum höher, sind alle Unfälle gedeckt. Bei einem Unfall hat der Arbeitgeber die Eltern zu benachrichtigen (Art. 32 ArG). Für Anstellungen unter drei Monaten gibt es keine Verpflichtung, im Krankheitsfalle ein Gehalt zu zahlen. Die anderen Sozialversicherungen (AHV/IV/EO) sind erst ab 18 obligatorisch. Wenn der Arbeitgeber die Beiträge nicht zahlt, ist dies Schwarzarbeit und hat Sanktionen zur Folge.